Drucken
Die Nacht im Bistro
Ein Mann begegnet spät in der Nacht in einem Bistro einer Frau. Beide sind allein. Die Frau ist an Krebs erkrankt und sieht in Todesangst dem Arzttermin am folgenden Tag entgegen. Der Mann ist Bilddiagnostiker, der für die Patienten anonym hinter den Kulissen der behandelnden Klinik agiert. Er weiß, wer die Frau ist, weil er – ohne bisher Kontakt zu ihr zu haben - ihre Röntgenbilder analysiert und begutachtet. Er kennt natürlich auch das jüngste Bild, das am folgenden Tag Grundlage ihres Arzttermins sein wird. Er möchte die todkranke Frau kennenlernen und damit wenigstens einmal aus der Anonymität seiner analytischen Tätigkeit heraustreten. Anlass dazu bietet ein lyrischer Text, den die Patientin auf einem Blatt im Warteraum hat liegen lassen. Er hat dieses Blatt aufgenommen. Die Frau weiß nicht, wer er ist, da er sich auch nicht zu erkennen gibt. Sie glaubt aber ihn zu kennen, ohne zu wissen woher. Im Verlauf des Stückes hält sie ihn für eine Halluzination und auch für den Tod selbst, den sie erwartet. Die Frau zieht den späten Besucher hinein in Erinnerungsphantasien, mit denen sie sich vor ihrem absehbaren Tod ein Ersatzleben schaffen will. Er lässt sich darauf ein und die beiden spielen mögliche Begegnungen in der Vergangenheit durch. Dabei geht es vorrangig um die Themen: ‚was ist Wirklichkeit: das Geschehen im Augenblick oder die Erinnerung‘, und ‚was ist wahr: die Wirklichkeit oder doch eine Art Hohlform des Wirklichen, am Ende vielleicht nur Raum und Zeit selbst, in denen wir unsererseits nur Erinnerung sind‘? Wird er sich ihr offenbaren? Gibt es noch Hoffnung für sie?
Bestellnummer:
MA 477
Autor:
Koch, Horst
Komponist:
Uebersetzer:
Bearbeiter:
Originaltitel:
Genre:
Schauspiel
Bühnenbilder:
01
Damen:
01
Herren:
01
Urauffuehrung:
UA frei
Weitere Genre:
Reihe:
Hochdeutsche Stücke
Sonstiges:
Dauer: ca. 60 min

Zurück