
Lebenslauf
Wilhelm
Scharrelmann wurde am 03. September 1875 in Bremen geboren. Nach
dem Besuch der Domschule ließ er sich am Seminar an der Hamburger
Straße zum Lehrer ausbilden. Diesen Beruf übte er über
ein viertel Jahrhundert von 1895 bis 1921 aus. Während dieser
Zeit war er maßgeblich an der Bremer Schulreformbewegung unter
der Leitung von Fritz Gansberg beteiligt. Diese erforderte nach
den drei Imperativen zur Lehrerdarbeitung : Lokalisiere! Detailliere!
Motiviere! Eine "pädagogische Schriftstellerei",
die zur Herausgabe spannender Lebensbilder führte. Dazu steuerte
Wilhelm Scharrelmann Beiträge in erheblichem Umfang bei. Dass
diese Tätigkeit sein schriftstellerisches Streben weckte und
entwickelte, kann berechtigterweise gefolgert werden. In den "Niedersächsischen
Jahrbüchern" des "Vereins für Niedersächsisches
Volkstum" wurden bereits in den Jahren 1911 bis 1914 literarische
Beiträge wie "Die Moorhexe", "Liebe" usw.
veröffentlicht. Sein nach dem Ersten Weltkrieg verstärkt
einsetzendes schriftstellerisches Schaffen verlangte aber bald seine
ganze Kraft, so dass er 1921 den bremischen Schuldienst quittierte
und sich in Worpswede niederließ. Dort lebte er in seinem
abgeschiedenen, aber gastlichen "Tannenhof" bis zu seinem
Tode am 18. April 1950.
Zu seinem umfangreichen Werk, das ein weites Spektrum der literarischen
Formen umfasst, zählen die Romane der Heimat "Die Hütte
unter den Sternen", "Das Fährhaus" und "Hinnerk
der Hahn", die Romane der Kindheit "Ein Kind schlägt
seine Augen auf", "Piddl Hundertmark" und "Täler
der Jugend", sein Erstlingswerk von 1919, die Romane des Glaubens
"Jesus, der Jüngling", "Das Buch der vierzig
Tage" und "Die erste Gemeinde", die Erzählbände
"Geschichten aus der Pickbalge", "Rund um Sankt Annen",
"Katen im Teufelsmoor", "Fahrt ins Leben" und
"Großmutters Haus", das Fabelbuch "Tiere, klug
wie Menschen" sowie die Novellen "Traumland" und
"Schweigende Liebe" .
Im Jahre 1906 erschien sein erstes Schauspiel: "Krieg den Freunden
des Friedens" Mit Wiegand schrieb Scharrelmann später
ein Märchenspiel, "Maleen", das man in Dresden aufführte.Das
Weihnachtsmärchen: "Die Himmelstür wird offen stehn"
hatte in Bremen, Bremerhaven, Essen, Ingolstadt und Posen großen
Erfolg."Die Hochzeit in der Pickbalge" wurde 1918 in Bremen
uraufgeführt, später von Dr. Ohnsorg in die plattdeutsche
Fassung gebracht und dann auf der Niederdeutschen Bühne in
Hamburg aufgeführt. Nach dem Lustspiel "De Proov up de
Leev" und dem Schwank "Zirkus Bratengeiger" hat sich
Scharrelmann später nur noch mit dem Volksstück "Die
Leute auf Pümpelhagen" auf dramatischem Gebiet versucht.
Dieses Gelegenheitsstück lehnt sich an Fritz Reuters Stromtiet
an.