Thies John

 

Ich bin am 21.4.1967 in Elmshorn bei Hamburg als Sohn einer Lehrerin und eines Architekten geboren. So verbrachte ich denn auch meine gesamte Jugend in dieser Kleinstadt, in der ich am Gymnasium aufs Theater aufmerksam wurde. Meine ersten Rollen in „Das Gespenst von Canterville“ und „Das Haus in Montevideo“ waren sicher noch nicht besonders bemerkenswert, aber sie sorgten dafür, dass mich die Bühne nicht mehr losließ.
Nach Abitur und Bund verschlug es mich aus Studiengründen nach Kiel, wo ich auch die ersten schriftstellerischen Versuche unternahm. So fertigte ich Theaterversionen der Filmhandlungen von „Breakfast Club“ und „Die Nacht vor der Hochzeit“ an, die ich an meiner ehemaligen Schule mit Schülern inszenierte. Im Jahre 1992 entdeckte ich die Kieler Studentenbühne „Sechseckbau“ für mich und inszenierte dort „Zehn kleine Negerlein“ von Agatha Christie. In den Folgejahren schrieb ich, zusammen mit meiner damaligen Freundin, ein Zwei-Personen-Stück namens „Die zweite Geige“, welches wir auch zusammen spielten.
Doch meinen – sagen wir – Durchbruch erlebte ich im Jahre 1995 mit der Rolle des George in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, denn dies war meine erste echte Charakterrolle, für die ich auch sehr viel Lob erhielt. Zudem lernte ich bei dieser Inszenierung meine Frau, die polnische Chansonistin Marta, kennen, ein weiterer Punkt, weswegen ich gern an die Zeit zurückdenke.
Von nun an wurde ich in diversen recht bekannten Stücken besetzt. So spielte ich Stanley Kowalski in „Endstation Sehnsucht“, Carlos in Goethes „Clavigo“, den geistig zurückgebliebenen Lennie in „Of mice and men“ von John Steinbeck und die Titelrolle in „Macbeth“. Gleichzeitig wurde ich auch schriftstellerisch produktiver. Ich verfasste meine ersten abendfüllenden Theaterstücke. „Revanche“ (1996) bildete dabei den Anfang, gefolgt von der Westernparodie „Showdown“ (1997) und natürlich „Umstellt“ (1998), die sämtlich auf der Studentenbühne ihre Uraufführung erlebten.
Da ich nun nicht mehr studiere, habe ich mich zwei freien Amateurtheatergruppen angeschlossen, in denen ich mal spiele, mal inszeniere.


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