Herbert
Bellmer wurde am 28.II.1895 in Rönnebeck an der Unterweser
geboren. Er entstammte einer alten niedersächsischen Seemannsfamilie,
auch sein Vater, den er schon mit zwei Jahren verlor, war Kapitän.
Herbert Bellmer besucht das Realgymnasium in Vegesack bei Bremen
und studierte in Kiel, Marburg und Greifswald Germanistik. Von 1916
bis 1918 nahm er als Frontkämpfer am ersten Weltkrieg teil.
1920 bestand er in Greifswald das Staatsexamen für das höhere
Lehramt in den Fächern Deutsch, Englisch und Philosophie. Seine
pädagogische Ausbildung erhielt er an der Realschule in Eckernförde
und am Gymnasium in Plön. Von April 1921 bis April 1925 war
er an der deutschen Abbauabteilung der dänischen Staatsschule
in Apenrade (Nordschleswig) tätig. Im Sommer 1923 bestand er
in Greifswald das Rigorosum. Lehrtätigkeiten am Lyzeum in Elmshorn
und an der Aufbauschule in Kappeln/Schlei folgten. Im April 1928
kam er an die Aufbauschule in Bremen. Im Dezember 1928 heiratete
er. Im November 1940 kam er als Leiter der Ernestinenschule, Oberschule
für Mädchen, nach Lübeck. Auf Befehl der britischen
Militärregierung wurde er im Sommer 1945 abgesetzt und in das
Zivilinternierungslager Neumünster-Gadeland eingesperrt, das
er nach zehn Monaten Haft als kranker Mann verließ. Nach schweren
Jahren wirtschaftlicher und seelischer Not und unheilbarer Krankheit
starb er am 05.01.1950.
Als Niederdeutscher, der mit der plattdeutschen Sprache aufgewachsen
war, gehörte seine besondere Liebe immer dem Plattdeutschen.
seine Assessorarbeit machte er über das Thema: Die Berücksichtigung
des Plattdeutschen im Deutschunterricht an den höheren Schulen.
er schrieb vier plattdeutsche Bühnenstücke, plattdeutsche
Märchen und Abhandlungen über die beiden bremischen niederdeutschen
Schriftsteller Georg Droste und Wilhelm Rocco, deren Werke er auch
in Auswahl neu herausgab. Er arbeitete sehr eifrig mit im Plattdeutschen
Verein in Bremen und hielt 1939 im Auftrage der Schulbehörde
eine plattdeutsche Arbeitsgemeinschaft für Lehrer an höheren
Schulen.
Bühnenwerke:
Die
getreue Frau, Märchenspiel, Verlag Arved Strauch, Leipzig
Thorstei, Ein Jugendspiel um Glauben und Liebe, Verlag Arved Strauch,
Leipzig
Beide Stücke (Jugendwerke) sind ohne Jahreszahl, meiner Meinung
nach etwa 1925 gedruckt worden.
Die Heiligen Drei König, ein Krippenspiel, Agentur des Rauhen
Hauses, Hamburg, 1934
De swarte Hahn, Plattdeutsche Komödie, Verlag Richard Hermes,
Hamburg, 1935
Takeltüüch, Plattdeutsche Komödie, Verlag Richard
Hermes, Hamburg, 1936
De Düvel danzt, Speel in dree Törns, Verlag Richard Hermes,
Hamburg, 1938
Söben Milen gegen Stroom, Plattdeutsche Komödie, Verlag
Richard Hermes, Hamburg, 1949
Ferner Prosaschriften:
Wilhelm
Rocco als niederdeutscher Dichter. Arndt-Verlag, Bremen
Georg Droste, eine Auswahl aus seinen Werken, Otto Meißner,
Hamburg
Plattdüütsche Märken, Otto Meißner, Hamburg