Erich R. Andersen

       

Ich erlernte die abgeschlossenen Berufe Seemann und Radio-Fernsehtechnik,
dann Ing.-Studium Nachrichtentechnik und Elektronik, war verantwortlich für
das Computersystem des Starfighter-Trägheits-navigationssystems in Hamburg
und Freiburg, dann für drei Jahrzehnte Entwicklungs- und Laborleiter
(Systeme Hard- und Software) bei Philips. Ich wohnte u. a. für lange Zeit
in Koldenbüttel / Nordfriesland und zog 1999 pensioniert zurück zu den
Wurzeln nach Sylt.
1982, nach etlichen hochdeutschen Veröffentlichungen (Reiseberichtartikel,
Sachprosa Physik / Elektronik / Philosophie, Lyrik), kam ich zum
Plattdeutschschreiben durch einen vom SHHB (Schleswig-Holsteinischer
Heimatbund) ausgeschriebenen Wettbewerb „Niederdeutsches Jugendspiel –
kleine Form“ und erhielt für das Stück „De Weeg un de Sarg“ (Uraufführung
1983 Itzehoe) den ersten Preis. Wurde als Mitglied in den neugegründeten
Niederdeutschen Ausschuß des SHHB berufen, wirkte bis 2000 offiziell, wirke
jetzt freischaffend mit.

Eine weitere Auszeichnung:
Hans-Henning-Holm-Preis 2002 für das niederdeutsche Hörspiel
„Alfa, Beta, Gamma - Omikron“, Bad Bevensen
Zwei weitere kleine Auszeichnungen:
2. Preis Freudenthal-Gesellschaft 1985,
3. Hörspielpreis des Internationalen Mundartarchivs „Ludwig Soumagne“,
Neuß, 1997.

Ich schreibe (von philosophischen und anderen, z. B. lyrischen Texten
abgesehen) überwiegend kleine niederdeutsche Theaterstücke und Hörspiele
(Radio Bremen, NDR).

Theaterstücke:
Mit liesen Wöör, Einakter, 1984
Plattdüütsch maakt frie, Einakter, 1986
Pillen von Kostumlatzki, Einakter, 1986
Butenboords, Dreiakter, 1991
Internetwiehnacht, Einakter, 2000
Oh, du mien Trinidad!, Dreiakter 2003
(sämtlich Mahnke-Verlag, Verden)
De Weeg un de Sarg, Einakter, 1983, Verlag Boyens, Heide.

Ich verfasse weiterhin auch niederdeutsche Kurzprosa (Hinstorff, Quickborn,
Husum Druck, Zeitschriften) und hochdeutsche Sachprosa für
Fachzeitschriften und im Internet. Zu vielen Lesungen (Rundfunk, Groß- und
Kleinveranstaltungen, intime öffentliche Runden) wurde ich eingeladen,
hörte damit aber 1999 auf (es ist genug). Kulturelle Fachreferate sowie
workshop-Mitwirkung für niederdeutsche Autoren in Prosa und Hörspiel sind
mir aber weiterhin wichtig. Eine Übersetzung (Borchert: „Draußen vor der
Tür“) blieb durch das Verbot des Borchert-Verlegers unveröffentlicht und
ist infolgedessen noch unkorrigiert. Ich war „Mit-Übertrager“ der Schleswig-
Holsteinischen Landesverfassung und des Kunstführers zum Landtagsgebäude
Schleswig-Holsteins in die niederdeutsche Sprache – jeweils, besonders die
Landesverfassung, ein sehr verantwortungsvoller Auftrag.
Ich erfreue mich dankbar meiner drei Kinder, die ihren Lebensweg gefunden
haben (Kapitän der Handelsseefahrt, jetzt Kripobeamter Wasserschutz
Hamburg, und Industriekauffrau in einem großen Konzern) oder ihm auf der
Spur sind (Informatikstudent Uni Karlsruhe), sowie zweier weiterer
Familientöchter als Einzelhandelskauffrauen, die allesamt den Eltern auch
mit ihren Kindern Freude bereiten, und vor allem fühle ich mich in der
ausgeprägt guten Ehegemeinschaft wohl, in der die wiedergefundene
Inselheimat nach langen gemeinsamen und schönen Koldenbütteler Jahren
besonders positiv und intensiv empfunden wird.

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